Einfach und unkompliziert da sein: Menschenmögliches hilft Kindern von krebskranken Eltern

Ins Lebensprojekt praktisch hineingestolpert.

Als Simone Oster vor gut zehn Jahren eine neue berufliche Herausforderung suchte, passte es gut, dass ein Freund gerade Unterstützung brauchte: Tim Geldmacher, heutiger Vorstandsvorsitzender, hatte 2011 die Idee zu MENSCHENMÖGLICHES e.V., um Familien zu begleiten, in denen ein Elternteil schwer an Krebs erkrankt ist. Daraus entstanden ist ein weit und breit einzigartiges Angebot: Kinder in extremen Belastungssituationen auffangen, offene Fragen beantworten, Sicherheit und Orientierung geben.

„Ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommt“, erinnert sich Simone Oster. Um sich dann gleich nachdenklich zu korrigieren: Ihr eigener Vater starb an einem Wochenende völlig unerwartet, als sie siebzehn Jahre alt war. Am Montag darauf saß sie schon wieder in der Schule. Einerseits gut, das Leben sofort weitergehen zu lassen. Aber was sie heute auch sieht, ist, dass sie jemanden außerhalb der Familie zum Reden gebraucht hätte.

Enge Vernetzung mit den Kliniken

Vielleicht ist es das, was die Mutter von drei Kindern antreibt in ihrem Engagement für MENSCHENMÖGLICHES. Gemeinsam mit dem Team, zu dem auch Pädagogen, Familienbegleiter und Mediziner gehören, haben sie und Tim Geldmacher es geschafft, dass der Verein durch Kooperationsverträge heute mit der Essener Gesundheitslandschaft eng vernetzt ist. „Normalerweise läuft es ja so – die Arbeit der Ärzte in der Klinik endet, wenn der Patient entlassen wird“, so die Essenerin. Laute die Diagnose lebensbedrohlich oder unheilbar, sei es wichtig, die Familie zu entlasten, „einfach, sofort und unkompliziert da zu sein“. Manchmal ist es die Ärztin, manchmal der Pfleger, Mit-Patienten oder auch das Jugendamt, von denen der Verein verständigt wird: „Da braucht jemand dringend eure Hilfe“. Auch Angehörige wenden sich direkt an Simone Oster. „Leider dann oft erst sehr spät“, bedauert sie. Es sei ihr ein großes Anliegen, den Familien so früh wie möglich Unterstützung anzubieten, um „schwere Last von kleinen Schultern“ zu nehmen. „Und dann bleiben in in Einzel-, Paar- und Familiengesprächen dabei, solange wir gebraucht werden.“ Auch über den Tod eines Elternteils hinaus. Der Verein kümmert sich zudem um Familien, die nicht in Essen wohnen, aber deren Angehörige stationär an den „KEM I Evangelischen Kliniken Essen-Mitte“ behandelt werden. Simone Oster freut sich dabei besonders über den tatkräftigen Einsatz von Rainer Gunz, Geschäftsführer bei Glück Auf und auch Vorstand bei MENSCHENMÖGLICHES. „Durch die Unterstützung von Glück Auf können wir zum Beispiel Wohnungen für die Dauer der Behandlung kostenfrei zur Verfügung stellen.“

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